Svete gore (Heiligen Bergen)

Die Wallfahrten nach Svete gore beginnen mit dem Ostermontag, die gröβte findet am 8. September statt. Vom 1. Mai bis zum Martinisonntag sind die Messen um 11.00 Uhr, im August und September um 9.30 und 11.00 Uhr. Svete gore gehört zur Pfarre Sv. Peter pod Sv. gorami / Bistrica ob Sotli.

Oberhalb der Ortschaft Bistrica ob Sotli erhebt sich ein 527 hoher Berg, genannt Svete gore. Von seinem Gipfel aus bietet sich ein prächtiger Ausblick weit hin ins Kroatisches Zagorje, auf die Donačka gora und den Boč bis hin zu Pohorje-Gebirge im Norden. Vom Gipfel des Bergrückens hinab reihen sich fünf religiöse Kultstätten aneinander: die »Lurška« Kapelle, die Kapelle der Heiligen Sebastian und Fabian, die Marienkirche, geweiht her Geburt Mariä, sowie die St.-Georg-Kapelle und die St.-Martin-Kapelle.

 Die Archäologie

arh1Die Vergangenheit von Svete gore versuchte man durch archäologische Ausgrabungen zu erkunden, was in den Jahren 1967/68 und 1971-1986 durchgeführt wurde. Nach den gefundenen Keramikfragmenten darf angenommen werden, daß die Besiedlung von Svete gore bereits im 1 Jh. u. Z. erfolgte. Unten den Funden herrscht die provinzielle römische Keramik aus der Zeit vom 1. bis 4. Jh. u.U. vor. Es wurden auch Römermünzen gefunden. In 4. und 5. Jh. befand sich in unmittelbarer Nähe des Berges ein Militärstützpunkt und oben auf dem Berggipfel gab es eine Zufluchtsstätte. Nach dem Untergang des Weströmischen Reiches wurde Posotelje dem Ostgotenreich angegliedert. Verschiedene, durch das damalige Europa umherwandernden Volksstämme, hinterließen auch in Svete gore ihre Spuren, wie uns das zum Teil zerstörte Grab eines germanischen Kriegers mit Waffen- und Geschirrbeigaben aufdeckt. Die Slawen, nachdem sie ihre Herrschaft in dem Lande gestärkt hatten, begannen ihre Toten auf dem Berggipfel zu bestatten. So erstreckt sich auf dem Gelände zwischen der »Lurška« Kapelle und der St-Georg-Kapelle eine ausgedehnte Nekropole, die der spätslawischen Phase angehört, wobei die gefundenen Gegenstände vom Ende des 9. und Angang des 10. Jh. s stammen. Her jüngste davon ist ein Ohrring, welcher der »Belobrdska«- Kultur angehört und aus der 1. Hälfte des 11. Jh. s datiert.

 Die Mutter Gottes Kirche

mati bozja1Nach der endgültigen Besiedlung wurden die Slawen allmählich zum Christentum bekehrt und begannen ihre ersten Gotteshäuser zu bauen. Svete gore wird in den geschichtlichen Quellen erstmals mittelbar im J. 1257 erwähnt…domus noue apud Sanctam Mariam…fratris Wernheri noue domus Sancte Marie…und dann im J. 1265 als Monte Sancte Marie. Später wird der Ort als Vnser vrowen Perg erwähnt. Die Frage, wann Svete gore seinen heutigen Namen erhielt, bleibt jedoch offen.

Im 17. Jh., als die ursprüngliche Kirche erweitert und im J. 1611 vom Ljublanaer Bischof Tomaž Hren geweiht wurde, wurden auf dem Berg umfangreiche Bauarbeiten durchgeführt. Um das J. 1727 wurden an die Kirche, die zu klein geworden war, zwei Seitenschiffe angebaut. Gleichzeitig wurde das Hauptschiff eingewölbt und höher gemacht, die Sängerempore gebaut und die beiden Galerien miteinander verbunden. Desgleichen wurde mittels einer Wendeltreppe der Zugang zur Kirche und von dort als zu den beiden Galerien angelegt.

Die blühende Wallfahrt kam in der Zeit des Josephinismus zum Erliegen und erst nach 1860 kann man von einem neuen Aufschwung sprechen, den die Pfarrer von Šempeter (heutiges Bistrica ob Sotli) Jurij Stepišnik (1857-1862) und Martin Sevnik (1862-1892) dem Wallfahrtsort Svete gore brachten. Sie lieβen die Kirche gründlich renovieren. Zwischen 1868-1871 wurde sie von Tomaž Fantoni neu ausbemalt, was im Kircheninneren festgehalten ist. Der Haupteingang in die Kirche befindet sich unter dem mächtigen Glockenturm und verläuft durch ein reich profiliertes und verziertes Hauptportal, welches die Jahreszahl 1732 trägt.

strop1Die jetzige frühbarocke Kirche hat das äuβere einer Basilika, ist dreischiffig und miβt 31 m in die Länge und 17 m in die Breite. Das Presbyterium, welches gleich breit wie das Schiff ist, ist aus ebenmäβig geformten Hausteinen gemauert. Am Ende der Emporen befindet sich je ein Oratorium.

Das Kirchenschiff von Tomaž Fantoni ausgemalt. Die Bilder stellen verschiedene mit Maria verbundenen Ereignisse dar. Im Gewölbe des Presbyteriums ist Mariä Himmelfahrt dargestellt, an den Wänden sind Szenen aus Marienlitaneien zu sehen.

In den Seitenschiffen sind an den Wänden verschiedene Gnadenakte dargestellt, die sie auf die Fürbitte zur Maria von Svete gore ereigneten. Der Autor dieser Malereien ist unbekannt.

Mehr als von den Fresken wird das Auge des Besuchers vom Hauptaltar angezogen, welcher in drei Etagen emporstrebt. Vor uns reichen sich die wichtigsten Begebenheiten aus dem Marienleben – die Geburt, die Verkündung und die Krönung im Himmelaneinander. Über dem Tabernakel steht Himmelkönigin Maria die Königin mit Zepter in der Hand und dem Kind auf dem rechten Arm, umgeben von Engeln. Dieser Altarteil wurde im J. 1980 restauriert. Dabei wurde festgestellt, daβ dies der älteste Teil ist, der aller Wahrscheinlichkeit hach noch von der alten Kirche stammt. Zwischen den einzelnen Säulenabschlüssen ist die ganze Sippe Marias versammelt.

oltar2Im Schiff sind an die Wandpfeiler 6 Seitenaltäre angelehnt, die der hl. Anna, dem hl. Florian, dem hl. Antonius dem Einsiedler, der Rosenkranzkönigin Maria, dem hl. Franz Xaver du dem hl. Isidor geweiht sind. Alle Altäre stammen aus dem dritten Viertel des 18. Jh.s, haben gemauerte Menschen, der linke und der rechte in der Reiche sind beinahe identisch.

Den Augen der Wallfahrer ist jedoch viel der Thron Mariä im Schiff, zu welchem sie mit ihren Sorgen und Fürbitte Zuflucht nehmen, viel näher. Die Statue ist alt, aber völlig umgestaltet. Sie zeigt Maria mit dem Jesuskind auf den Armen. Es ist interessant, daβ man die Statue zu verschiedenen Anlässen umkleidet.

Links vom Thron befindet sich eine Barockkanzel, die im J. 1979 restauriert wurde. Auf der Orgelempore steht eine dreiteilige Orgel aus der 1. Hälfte des 18. Jh.s, die 1994 erneuert wurde. Auβerdem birgt die Kirche auch mehrere Votivbilder, das älteste darunter aus dem Jahr 1681, während jenes aus dem Jahr 1779, welches eine Prozession der Bewohner von Župeča vas darstellt, vor allem wegen einer Ansicht von Svete gore, in welcher noch ein kleineres Gebäude, wahrscheinlich eine Kapelle, zu sehen ist, interessant ist. Die Kirche hatte einst 3 Glocken. Zwei davon nahm in 1917 der Krieg. 1924 wurde eine neue Glocke in den Glockenturm mit Kupferblech neueingedeckt, und im J. 1982 wurde der ganze Dachstuhl samt Ziegeldeckung ausgewechselt.

 St. Georg Kapelle

jurij2Etwas unterhalb der Marienkirche steht die St. Georg Kapelle. Sie entstand in der vorromanischen Zeitepoche, wahrscheinlich im 9. Oder 10. Jh., obwohl sie urkundlich im J. 1545 erstmals erwähnt wird. In die Kapelle selbst führt ein schmales und hohes, halbkreisförmig endendes Portal. An seinem Bogensturz ist eine Inschrift in seltsamen Schriftzeichen zu sehen, die bis heute noch nicht enträtselt werden konnten. Rechts vom Tor ist eine in die Wand eingelassene Tafel zu sehen. Sie ist aus hellgelbem Sandstein, von unregelmäßiger Trapezform. Hineingeschnitten ist das Relief eins Mannes mit birnenförmigem Kopf und erhobenen Armen, sowie einige unbestimmbaren Zeichen. Es dürfte gegen das Ende des 1. Jahrtausends entstanden sein.

Die ursprüngliche Kirche hatte ein rechteckiges Schiff mit offenem Dachstuhl, wahrscheinlich schon gleich bei Begin eine Apsis, die später zu einem viereckigen Presbyterium umgewandelt wurde. Das heutige Presbyterium, dreiseitig abgeschlossen und im Innern eingewölbt, stamm aus dem 16. Jh. Licht kommt ins Schiff durch mehrere Fenster. Am interessantesten sind die zwei in der südlichen Schiffswand. Sie sind halbkreisförmig abgeschlossen und an beiden Seiten trichterartig in die Wand eingeschnitten. An der schmalsten Stelle ist ein Holzrahmen aus einem Stück eingesetzt. Die Kapelle hat keine Malereien sondern ist nur mit bemalten Rechtecken und Kreuzen verziert. Im J. 1969 erhielt sie ein neues Dach, im J. 1979 wurde sie fertiggestellt. Es wurde eine Flachdecke angebracht und das Pflaster und die Malereien erneuert.

 St. Martin Kapelle

martinEtwas tiefer unterhalb der H. Georg Kapelle steht die St. Martin Kapelle. Auch diese ist auf natürlichem Felsen erbaut. Im Kern ist sie voromanisch und umfaβte einst das jetzige Schiff, jedoch war sie flach eingedeckt und wahrscheinlich mit Apsis. In der 2. Hälfte des 15. Jh.s wurde die Apsis durch ein dreiseitig abgeschlossenes Presbyterium ersetzt und das Schiff eingewölbt. Vor dem Eingang befindet sich eine offene Vorhalle, die im 16. Jh. angebaut wurde. Ins Innere Führt ein schmales und hohes, zugespitztes Portal, das oben durch einen gekrümten, aus einem Steinblock gemeiβelten Bogen abgeschlossen ist. Darüber ist in der Stirnwand ein rechteckiges Fenster erhalten, welches aus einem Stück gemeiβelt ist. Das Presbyterium, das von einem Rippengewölbeüberdacht ist, ist mit frühbarocken Fresken aus der Mitte des 17. Jh.s geschmückt, während das Schiff um das J. 1500 vom Meister von Čelovnik bemalt wurde. Die Fresken wurden im J. 1977 restauriert. Auf der steinernen Mensa steht der Altar aus dem J. 1655 mit der Statue des hl. Martin, die im J. 1986 erneuert wurde. 1991 erhielt die Kapelle auch ein neues Dach.

 die Kapelle der Heiligen Sebastian und Fabian

sebastjan1Dicht über der Marienkirche steht die Kapelle der Heiligen Sebastian und Fabian. Sie ist die einzige, die quer zum Sattel aufgestellt ist. Sie wurde in der 1. Hälfte des 15. Jh.s. als einheitlicher Bau errichtet. Mitte des 16. Jh.s wurde an sie eine Vorhalle angebaut und es wurde ein neuer Eingang in die Kirche errichtet. Die Kapelle hat ein Türmchen ohne Glocke, wie alle übrigen Kapellen. Im Altarteil ist das ursprüngliche gotische Fenster mit dreiblättrigem Abschluβ erhalten. Die Kapelleninnere ist vor allem wegen seiner Sandbemalung interessant, wo der Meister von Čelovnik im J. 1514 eine Reihe von Szenen und Heiligenfiguren sowie die beiden Stifter gemalt hat. Unter dieser Schicht befindet sich noch eine ältere Freskenschicht, wahrscheinlich aus em J. 1452. Se wird demselben Meister zugeschrieben, welcher auch das Presbyterium in der Pfarrkirche hl. Petrus in Bistrica ob Sotli bemalte.

Die Fresken wurden in den Jahren 1970-71 restauriert und im J. 2012 wurde das Dach mit neuen Holzschindeln eingedeckt.

In der 1. Hälfte des 17. Jh.s wurde das Kapellchen aufgestockt, die Holzdecke durch das Gewölbe ersetzt, welches damals auch bemalt wurde. Von der Einrichtung hat sich nur der „goldene Altar“ (ohne die Heiligenstatuen) aus dem J. 1662 ehalten. Dieser wurde 1971 renoviert und in der „Lurška“ Kapelle aufgestellt.

 der Gottesmutter von Lourdes Kapelle

lurskaGanz oben auf dem Rücken steht noch die letzte Kapelle, ab 1893 der Gottesmutter von Lourdes und zuvor dem hl. Wolfgang geweiht. Die Kapelle hat ein rechtseckiges Schiff und ein dreiseitig abgeschlossenes Presbyterium. Die steinernen Ecken des Presbyteriums und des Schiffes sind mit eigenartig geformten Steinmetzzeichen besät. Beim Entfernen des hölzernen Tonnengewölbes im J. 1971 und Einsetzen der neuen Flachdecke, wie sie ursprünglich gewesen war, wurde die erste Bemalung freigelegt. Passionsszenen von ungefähr 1600 bedeckten einst alle Wände. Dicht über dem Eingangstor ist das Brustbild eines Adeligen in blauer Tracht der Zeit mit „Mühlensteinkragen“ (Duttenkragen) und dem Orden vom Goldenen Vlies um den Hals. Heute sind in der Kirche die Votivbilder aufbewahrt, die die Gläubigen zum Dank für die erhörten Fürbitten darbrachten.

 Das Pfarrhaus

Am Fuβe des Berges steht das Pfarrhaus. Der Bau stammt aus dem 18. Jh. und wurde 1976 renoviert. Damals wurde auch die Wasserleitung von hier aus bis zum Gipfel des Berges, wo ein kleines Gebäude mit Sanitäranlage errichtet wurde, gelegt. Vor dem Pfarrhaus steht eine Kapelle mit der Statue der Scherzhaften Mutter Gottes. Das Innere der Kapelle wurde von Florian Umek aus Buče bemalt, jedoch ist die Bemalung nur in einem kleinen Teil erhalten. Die Kapelle wurde 1977/78 erneuert. Unterhalb, an der einzigen Trinkwasserquelle, steht die sog. „Bein Gottes“ Kapelle, die erstmals im 18.Jh. erwähnt wird. Die alte Kapelle wurde im J. 1939 niedergerissen und im J. 1940 etwas tiefer nach Entwurf von Ing. Simon Kregar eine neue erbaut.

 Osojnik und Zusammengebundenes Kreuz

osojnikovAuf dem Weg nach Svete gore befinden sich auch zwei Bildstöcke (Marterl). Der erste, im Volksmund „Osojnikov križ“ (Osojnik Kreuz) genannt, trägt die Jahreszahl 1612 und steht in Vrhunce. Nach Überlieferung soll er zur Erinnerung an die Ankunft des Bischof Hren nach Svete gore errichtet worden sein. Am Fuβweg nach Bistrica ob Sotli steht der zweite Bildstock, das sog. „Zvezan križ“ (zusammengebundenes Kreuz) mit der Jahreszahl 1612. Der Aufbau des Marterls ist in der Mitte gesprungen und mit einem eisernen Ring zusammengebunden; daher wahrscheinlich die Name.

Die Wallfahrten nach Svete gore beginnen mit dem Ostermontag, die gröβte findet am 8. September statt. Vom 1. Mai bis zum Martinisonntag sind die Messen um 11.00 Uhr, im August und September um 9.30 und 11.00 Uhr.

Svete gore gehört zur Pfarre Sv. Peter pod Sv. gorami / Bistrica ob Sotli.

 

 

 Der Kreuzweg

Der Kreuzweg ist von akademisches Bildhauer gemacht. Im jubileum Jahr 2000 gesegnet.

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